Der Lebensmittelmarkt

Ein »Riesen-Supermarkt« soll angeblich nach Altusried kommen, obwohl dieser kaum größer geplant ist als die beiden vorhandenen Discounter im Ort!

Fotomontage des geplanten Marktes hinter dem Rathaus Altusried. (Quelle BidZ)
Glaubt man den Äußerungen der Bürgerinitiative Rathausplatz - Ortsentwicklung Altusried, so hat der geplante Lebensmittelmarkt gigantische Ausmaße, welcher das Ortsbild auf Jahrzehnte verschandelt, städtebaulich nicht hineinpasst, den Ort, die Anlieger massiv beeinträchtigt und zu guter Letzt noch ein Verkehrs- und Parkplatzchaos nach sich zieht. Wie kann ein verantwortungsbewusster und dem Allgemeinwohl verpflichteter Gemeinderat, die Gemeindeverwaltung und ein Bürgerteam überhaupt solch eine »unsinnige« Planung verfolgen?

Handelsflächen werden im Baurecht nach klein- und großflächigem Einzelhandel unterschieden. Bis 800 qm Verkaufsfläche (VK) handelt es sich um Kleinflächen, größer als 800 qm VK-Fläche ist großflächig und bedarf einer Ausweisung als Sondergebiet. Im Lebensmittelhandel bezeichnet man Flächen von mehr als 800 qm bis 4999 qm als Verbrauchermarkt, noch größere Flächen als SB-Warenhaus. In unserer Region sind Beispiele für Verbrauchermärkte der Kaufmarkt im Fenepark oder der REAL-Markt in Kempten. Für eine solch große Fläche wäre die Ausweisung eines Sondergebietes notwendig, die der Genehmigung der Regierung von Schwaben bedarf; dies steht aber in Altusried aufgrund der geringen Größe gar nicht zur Diskussion.

Der in Altusried geplante Lebensmittelmarkt hat weniger als 800 qm Verkaufsfläche und kommt mit Nebenflächen (Lager- und Sozialräume) auf ca. 1200 qm Gesamtfläche. Dieselbe Größe haben im Übrigen auch der Penny- und Netto-Markt.

Der geplante Lebensmittelmarkt ist somit alles andere als ein »Riesen-Supermarkt«!
Derzeit hat das Unternehmen Feneberg in seinen bisherigen Räumlichkeiten in Altusried ca. 450 qm (ungünstig geschnittene) Verkaufsfläche, zuzüglich entsprechender Nebenräume zur Verfügung. Diese Räumlichkeiten können auf Dauer nicht wirtschaftlich betrieben werden, weil dieser Markt nicht mehr zeitgemäß ist. Erste Abwanderungen in den Feneberg-Markt in Richtung Dietmannsried sind bereits festzustellen.

Warum braucht der Lebensmittelmarkt eine größere Fläche?
Es stimmt, dass die Firma Feneberg auch Lebensmittelmärkte betreibt, die mit weniger als 800 qm Verkaufsfläche rentabel wirtschaften. Wie passt das zusammen?
Beispielsweise in Kempten dienen diese Flächen der Stadtteilversorgung. Sie ergänzen somit das Angebot und stellen selber kein eigenständiges und breitgefächertes Versorgungszentrum dar. Altusried ist kein Stadtteil, sondern eine größere, attraktive Gemeinde mit hoher Versorgungsverantwortung. Würde ein solcher, für Altusried zu kleiner Markt, geplant werden hat dieser den Nachteil, dass die Kundinnen und Kunden nicht alle Bedürfnisse dort befriedigen können. Die Folge wäre: Man fährt gleich dorthin (außerhalb Altusrieds!) wo die gewünschte Sortimentsbreite vorhanden ist.

Fakten und Zahlen zum geplanten Markt
  • Die Gesamtfläche des geplanten Marktes beträgt ca. 1200 qm, die Verkaufsfläche etwas weniger als 800 qm.
  • Die Höhe des geplanten Marktes ist rund 6 Meter und somit niedriger als die Firsthöhen der benachbarten Häuser.
  • Aufgrund des nach Nord-Osten ansteigenden Geländes minimiert sich die Höhe visuell.
  • Die Abstände zu den Nachbarbebauungen betragen zwischen 6 Meter (geringster Abstand) bis über 23 Meter (größter Abstand).
  • Der Lebensmittelmarkt ist aufgrund der bestehenden Bebauung von der Hauptstraße aus nur begrenzt sichtbar.

Aus diesem Grund kann man nicht pauschal Lebensmittelmärkte in Bezug auf ihre Verkaufsfläche vergleichen und oberflächliche Schlüsse daraus ziehen.
Feneberg benötigt, um seinen Standort dauerhaft wirtschaftlich zu betreiben, mehr Platz. Dies kommt auch den Kunden zugute, da sie zukünftig in helleren und breiteren Gängen zeitgemäß einkaufen können. Ebenso benötigt die Postfiliale, schon um die Diskretion für ihre Kunden zu wahren, mehr Platz – was auch in den neuen Räumen sichergestellt ist.
Die beiden in Altusried bestehenden Lebensmittel-Discounter Netto u. Penny haben nicht ohne Grund bereits seit Jahren jeweils eine Verkaufsfläche von annähernd 700–800 qm, zuzüglich entsprechender Nebenflächen. Allerdings wurde hier bisher noch nie von »Riesen-Supermärkten« gesprochen.
Zum Schluss: Die BI behauptet immer, man bräuchte keinen vierten Markt in Altusried, drei Märkte wären ausreichend. Stimmt, denn es kommt kein zusätzlicher Markt, es bleibt bei drei Märkten. Feneberg zieht nur um!

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger!
Wir haben Ihnen in dieser aktuellen Ausgabe erläutert, wie sich die Zusammenhänge zwischen Marktraum, Sortiments-breite, Kundenfrequenz und Verkaufsfläche gestalten. Pauschale Vergleiche mit anderen Märkten und Orten als auch die in die Irre führende Bezeichnung Riesen-Supermarkt sind nicht zielführend. Die Größengestaltung des geplanten Lebensmittelmarktes in Altusried basiert auf fachlichen Analysen, Nachfrageszenarien, Branchenerkenntnissen und kaufmännischen Grundlagen. Es nützt niemandem, wenn dieser Markt zu klein oder aber auch zu groß geplant und gebaut wird und nach einiger Zeit wieder schließen muss.
Altusried ist eine aktive Gemeinde mit hoher Lebensqualität. Zum Erhalt dieser Attraktivität ist eine zeitgemäße und moderne Einkaufsstätte im Innerort dringend notwendig. Sie ist für den bestehenden Handel in Altusried eine positive Ergänzung, weil Kaufkraft im Ort gehalten wird. Auf der bestehenden Feneberg-Fläche ist das Angebot, das der Kunde heute erwartet, nicht zu bieten. Ziel ist es, für die Menschen in Altusried auf Dauer eine qualitativ hochwertige Versorgung mit Lebensmitteln sicherzustellen. Das vorgelegte Konzept ist Garant für den Erfolg dieses Nachhaltigkeitsprojektes.