Die Verkehrssituation

Droht Altusried durch die Innerortsentwicklung ein Verkehrs- und Parkplatzchaos?

Ein wesentliches Element des vielschichtigen Innerortskonzeptes stellt der Verkehr dar. Mit einem Innerortskonzept muss Hand in Hand auch ein Verkehrskonzept einhergehen und erarbeitet werden. In unserem Fall ist das zentrale Hauptverkehrsthema die Ortsumgehung der Staatsstraße 2009 sowie ein angepasstes innerörtliches Verkehrskonzept (Verkehrsberuhigung und -lenkung, Gestaltung, Geschwindigkeitszonen).

Innerortskonzept und Verkehr: Eine untrennbare Verbindung
Die Straßenplanungsprozesse (v.a. Umgehungsstraße) sind bereits per einstimmigem Gemeinderatsbeschluss angestoßen. Die Ortsumfahrung von Altusried ist im Bayerischen Ausbauplan für Staatsstraßen unter die 10 wichtigsten Projekte vorgerückt. Ein großer Erfolg für Altusried! Von der Planung bis zur Umsetzung solch bedeutender Straßenbauprojekte vergehen allerdings oftmals mehrere Jahre. Die Innerortsentwicklung muss daher parallel zum Gesamtprozess entwickelt und umgesetzt werden. Hier gilt es keine Zeit mehr zu verlieren, um alle aktuellen Chancen und Möglichkeiten zu wahren. Wichtig ist, dass die Strukturentwicklung des Ortskerns und des Verkehrs sich nach der jeweiligen Realisierung ideal ergänzen und dann auf Jahrzehnte zum Wohle der Menschen wirken.

Aktueller Sachstand »Ortsumgehung Altusried«
Der Flächennutzungsplan aus dem Jahre 1978 sah eine Umfahrungstrasse vor, die Anfang der 90er-Jahre von Bürgermeister Hans Rausch und seinem Gemeinderat aufgegeben wurde, weil sie sich wegen der damaligen Wohnbauentwicklung nicht mehr realisieren ließ. Diese Trasse verlief quer durch die heutigen Baugebiete Schleifweg, Am Wegäcker und Geyersbühl. Quasi als Ersatz entstand in dieser Zeit die Planung der heutigen Alpenblickstraße. Diese Straße kann aber sowohl von der Trassenführung als auch vom Ausbaustand nicht die Funktion einer wirksamen Ortsumfahrung ausfüllen. Sie ist lediglich eine Entlastungsstraße für den östlichen Siedlungsbereich Altusrieds. Im aktuellen Flächennutzungsplan aus dem Jahre 1998 ist eine Trasse dargestellt, die zum Teil die Alpenblickstraße aufnimmt und nördlich der Rothensteinstraße verläuft.
Im Jahre 2007 behandelte der Marktgemeinderat umfänglich das Thema »Umgehungsstraße«. Das Staatliche Bauamt informierte die Gemeinderäte. Im selben Jahr wurde ein Verkehrsgutachten in Auftrag gegeben, welches am 14. April 2008 vorgestellt wurde: Ca. 8900 Fahrzeuge passieren in 24 Stunden die Staatsstraße durch den Ort. 92% davon entfallen auf den Personen- und 8% auf den Schwerlastverkehr.
In zahlreichen Gemeinderatssitzungen wurde seither das Thema behandelt und Lösungswege gesucht. In der Sitzung des Gemeinderates vom 9. Januar 2012 konnte Bürgermeister Heribert Kammel verkünden, dass die Ortsumfahrung von Altusried in die Dringlichkeitsstufe 1 des neuen Ausbauplanes für die Staatsstraßen in Bayern aufgenommen wurde. Das Staatliche Bauamt stellt derzeit auf Kosten des Freistaates detaillierte Voruntersuchungen an. Alle möglichen Trassenvarianten werden seitens der Behörde untersucht. Der Marktgemeinderat hat in dieser Sitzung einstimmig beschlossen, dass die erforderlichen Planungsarbeiten seitens des Staatlichen Bauamtes »so schnell als möglich und ergebnisoffen« aufgenommen werden sollen. Dieser wichtige Prozess ist somit erfolgreich auf den Weg gebracht.

Löst ein Lebensmittelmarkt ein Verkehrschaos aus?
Grundsätzlich gilt festzustellen, dass ein Lebensmittelmarkt wie jedes andere Einzelhandelsgeschäft auch Verkehr verursacht. Dieser Verkehr findet auch bei Feneberg am jetzigen Standort statt. Zum Glück. Denn mit diesem Verkehr ist auch eine gewisse Kundenfrequenz für unsere Ortsmitte verbunden. Diese Kundenfrequenz ist für den einen oder anderen Einzelhändler oder Dienstleister im Ortskern überlebensnotwendig.
Zurück zur Frage »Kann ein Lebensmittelmarkt ein Verkehrschaos auslösen?« Nein. Es wird zwar in Spitzenzeiten eine gewisse Konzentration an ein- und ausfahrenden Pkws geben, aber bis auf ein paar Situationen in der Woche wird der Verkehr nicht mehr oder weniger sein als heute. Der Anlieferverkehr zum Markt umfasst folgende Bewegungen: 4 bis 5 Lkws über 7,5 t und 3 Lkws bis 7,5 t (z.B. Postfahrzeug).
Auf alle Fälle wird die neue Ein- und Ausfahrtssituation im Gegensatz zum bestehenden Feneberg-Markt deutlich mehr Sicherheit bieten, zumal in die Staatsstraße auch eine Fußgängerquerungshilfe eingebaut wird.
Die Verkehrssituation beim jetzigen Feneberg-Markt ist keinesfalls ideal: Der Markt liegt direkt an der Staatsstraße zwischen zwei Kurven, der Parkplatz ist schlecht einsehbar, die Hausumfahrung und Ausfahrt sehr eng und die anliefernden Lkws und das Postfahrzeug stehen oft auf der Straße bzw. rangieren, um rückwärts die Lieferrampe anzufahren.
Die Zufahrt zum neuen Lebensmittelmarkt wird ausschließlich über die Hauptstraße erfolgen. Eine Zufahrt zum Lebensmittelmarkt über die Kirchstraße ist nicht möglich. Das Verkehrskonzept wurde mit dem Landratsamt, der Polizei und der Straßenbaubehörde abgesprochen.

Gibt es nach dem Bau des Lebensmittelmarktes mehr oder weniger Parkplätze?
Wird der Lebensmittelmarkt gebaut, gibt es eindeutig mehr Parkplätze in der Ortsmitte. Auf dem Gelände des Feneberg-Marktes entstehen 54 neue Parkplätze. Diese Parkplätze können lt. Zusage von Herrn Thomas Feneberg öffentlich genutzt werden. Für diese öffentlich nutzbaren Parkplätze muss die Gemeinde keinen Cent in die Hand nehmen. Kunden, die im zukünftigen Feneberg-Markt einkaufen und danach z.B. beim Bäcker, in der Apotheke oder im Rathaus Besorgungen erledigen, werden ihr Auto selbstverständlich auf dem Feneberg-Parkplatz stehen lassen und nicht umparken. Das ist bei allen Feneberg-Märkten in der Region so Usus und wird von der Unternehmensleitung so auch akzeptiert. Diese Zusage liegt vor!
Bislang bestehen am derzeitigen Feneberg-Standort 33 Parkplätze (davon 20 für Feneberg und der Rest für die weiteren Hausnutzer: MZA, Zahnarzt, etc.). Es stimmt, dass im Gegenzug 30 derzeitige Parkplätze hinter dem Rathaus entfallen. Es werden aber im Rahmen der Erschließungsarbeiten im direkten Umgriff wieder neue Parkplätze hergestellt. So entstehen im Rahmen der neuen Zufahrt 13 neue Plätze, hinter dem Rathaus werden 8 Plätze vorhanden sein, die geplante Tiefgarage wird ca. 70 Parkplätze (für Dauerparker) aufweisen.
Zusammen mit den zur Zeit 28 Parkplätzen auf dem Rathausplatz ergibt sich die Zahl von 173 Parkmöglichkeiten im
direkten Umgriff in der Ortsmitte (Rathaus). Diese Zahlen belegen ganz eindeutig, dass in Zukunft deutlich mehr Parkplätze im Ortskern zur Verfügung stehen werden.

Ist die Tiefgarage möglich und was bedeutet dies für die Verkehrsbelastung in der Kirchstraße?
Eine Tiefgarage unter dem Einkaufsmarkt ist möglich und wird gegebenenfalls vom Investor umgesetzt; eine Detailplanung kann allerdings erst im Rahmen des Bauplanes stattfinden. Diese zusätzlichen Parkplätze sind für Personen, die im Ortskern von Altusried arbeiten oder wohnen gedacht. Die Plätze in der Tiefgarage sind im Sommer wie im Winter witterungs-geschützt und könnten angemietet oder erworben werden. Die Tiefgaragenstellplätze sind nur für Dauerparker vorgesehen. Deshalb ist kein ständiges Ein- und Ausfahren von der Tiefgarage zu erwarten.

Auf einen Blick!

  • In Verbindung mit einer intelligenten Verkehrsinfrastruktur-Planung (Umgehungsstraße für den überörtlichen Verkehr, Verkehrsberuhigung, Verkehrslenkung, Tiefgaragenkonzept, Gestaltung von Straßen und Wegen) bietet die jetzt beginnende Innerortsentwicklung, welche auf Jahrzehnte und Generationen angelegt ist, den Bürgerinnen und Bürgern Lebensqualität und Sicherheit.
  • Aus diesem Grund muss zweigleisig gefahren werden: Die konsequente Sicherung des Erhalts unseres liebens- und erlebenswerten Ortskerns als auch die Entwicklung von Ortsumgehungsvarianten. Beide Prozesse sind durch den Marktgemeinderat angestoßen.
  • Altusried hat in der Ortsmitte mehrere Geschäfte und Dienstleister, welche über keine oder nur einzelne eigene Parkplätze verfügen und deshalb auf öffentliche Parkplätze angewiesen sind.
  • Das Konzept der Gemeinde verbessert die Parkplatzsituation im Ortskern nachweislich, was allen Bürgerinnen sowie Gewerbetreibenden und Gästen zugute kommt. Für den Großteil der Parkplätze entstehen der Kommune keine Kosten!

Gutachten der Verkehrssituation: verkehrserhebung-praesentation.pdf (5.24 MB)