Bad Waldsee

Mit Netto geht der letzte Supermarkt

Vor gut einem Jahr hat der Feneberg am Entenmoos zugemacht. Nun wird im nächsten Geschäftsjahr 2011 auch der Netto-Markt an der Hochstatt schließen. Damit verlässt der letzte Supermarkt die Waldseer Innenstadt. Das Gerücht gibt es schon seit Jahren: Der Plus schließt. Später hieß es: der Netto macht zu. Dann, nach der Schließung des Feneberg- Frischemarkts an der Dreikönigsgasse, schwebte dieses Gerücht wie ein Damoklesschwert über dem Waldseer Stadtzentrum. Nun ist es Fakt: Der Netto-Markt verlässt als letzter Supermarkt die Innenstadt.
„Wir werden den Markt voraussichtlich im Laufe des
kommenden Geschäftsjahres schließen", sagt Netto-Pressesprecherin Christina Stylianou, „eher im dritten und vierten Quartal als im ersten oder zweiten." Grund ist: der aktuelle Standort in Bad Waldsee entspricht nicht den Standortanforderungen von Netto Marken- Discount.
„Wir brauchen einen modernen Standort", sagt Stylianou. Netto-Filialen haben in der Regel eine Verkaufsfläche von 600 bis 800 Quadratmetern. Mit einer Verkaufsfläche von unter 300 Quadratmetern könne der Waldseer Netto das „Sortiment nicht umfassend anbieten".  . . . Doch mangelnde Wirtschaftlichkeit zählt Pressesprecherin Stylianou nicht zu den Schließungsgründen.

Filiale ist zu klein
Doch statt dem zentralen, aber engen Monopol-Markt, möchte Netto breite Gänge, einen Bäcker im Eingangsbereich, eine Vorkassenzone mit Mehrweggetränken, kurz „einen moderner Standort", zu dem die Hauptstraße 1 nicht gemacht werden kann. Denn das gesamte Sortiment der Kette soll sich in der Auslage reihen. Parkmöglichkeiten dürfen laut Pressesprecherin Stylianou auch nicht fehlen.
„Das ist leider der Zeitgeist", sagt dazu Josef Traub, der Marketing-Koordinator des Waldseer Handels- und Gewerbevereins (HGV). Der Verbraucher wolle solche Verkaufsflächen und mit dem Auto direkt davor parken. Für die Innenstadt ist die Netto-Schließung laut Traub „nicht gut", „ein Einschnitt, eine Zäsur". . . . „Kein Lebensmittelmarkt in der Innenstadt ist aber ein Pluspunkt weniger", sagt der HGV-Marketingkoordinator.

Verlust für die Innenstadt
Unter der Schließung leiden werden laut Traub alle Innenstadtkunden, am meisten aber die älteren Innenstadtbewohner: „Ältere Menschen werden sich sicher schwer tun, um zum Edeka-Markt in der Bahnhofsstraße zu gelangen."
Kämmerer Thomas Manz sagt: „Wir finden das bedauerlich und sind bemüht, im Nahversorgungsbereich Ersatz zu finden." . . .  Doch die Schließung ist laut Manz: „ein Verlust für die Innenstadt".


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