Unser Ziel

Altusried leistet sich eine teure und luxuriöse Innerortsentwicklung 
und für die weiteren Ortsteile der Gemeinde ist kein Geld mehr da!

Diese provokante Aussage könnte man aus den Äußerungen der Bürgerinitiative als auch aus der Darstellung in der von der BI im April verteilten Schrift ableiten. Auf der letzten Seite dieser Schrift ist ein Bild aufgeführt, auf welchem alle Ortsteile dargestellt sind und angedeutete Geldscheine nach Altusried in die Innerortsentwicklung »hineinsegeln«. Die Botschaft ist klar: Altusried »verprasst« für sinnlose Unter-fangen das Geld der Gesamtgemeinde, auf Kosten der Ortsteile Kimratshofen, Krugzell, Frauenzell u. Muthmannshofen.

Genau das Gegenteil ist der Fall!
Die Gemeinde Altusried hat seit ca. 10 Jahren einen unveränderten Schuldenstand und liegt in der Verschuldensquote leicht unter dem Landkreisdurchschnitt. Altusried ist nicht überschuldet. Gerade in den Ortsteilen wurden in den vergangenen Jahren umfangreiche Investitionen in die Orte und die dazugehörige Infrastruktur getätigt. Stillstand bedeutet Rückschritt. Altusried muss sich zum Wohle der gesamten Gemeinde intelligent weiterentwickeln.

Eine Entwicklung im Bestand ist, wie mehrfach in den »grünen Blättern« der letzten Wochen erläutert, kosten-
günstiger, sozialer, ökologischer und bietet Chancen für viele weitere nachhaltig positive Folgewirkungen.

Bei der Innerortsentwicklung von Altusried (Entwicklung im Bestand, Nachverdichtung) geht es, wie ebenfalls bereits mehrfach dargestellt, nicht nur um die Ansiedlung eines Lebensmittelmarktes, sondern um ein ganzheitliches Gesamtkonzept. Der Ortskern von Altusried soll lebendig bleiben und noch lebendiger werden, Menschen und Geschäfte sollen dort dauerhaft ansässig sein. Dem heimischen Handel und Gewerbe soll im Ort in den nächsten Jahren weitere Entwicklungsmöglichkeiten geboten werden. Das Angebot soll vielfältig sein, damit die Menschen auch im Ort ihre Besorgungen machen. Der überörtliche Verkehr soll abgeleitet und der innerörtliche Verkehr beruhigt werden. Parallel hierzu soll der Ortskern für die Bürgerinnen und Bürger attraktiv gestaltet werden. Unsere Innerortsentwicklung beginnt mit dem Element »Lebensmittelmarkt« und wird in den Folgejahren mit weiteren Projekten (wie z.B. Rathausplatzgestaltung) fortgeführt. Hierüber haben wir Sie in den letzten Wochen umfangreich informiert.

Durch ein attraktives Altusried bleiben Geschäfte und einkaufende Menschen am Ort, die gesamte Gemeinde (mit ihren Ortsteilen) bleibt attraktiv für Neubürger und Gäste. Das heimische Angebot steigt, wichtige Einrichtungen können erhalten und weiter ausgebaut werden. Die Menschen aus Altusried und den Ortsteilen können in Altusried weiterhin auf ein breit gefächertes Angebot zurückgreifen und dort einkaufen, eine medizinische Grundversorgung nutzen, breitgefächerte Dienstleistungen in Anspruch nehmen, ihre Kinder können örtlich die Mittelschule oder den M-Zweig besuchen und das weitere, vielfältige Angebot (Sport, MZA...) wahrnehmen.

Eine Innerortsentwicklung von Altusried nutzt somit allen Ortsteilen der Gesamtgemeinde, hilft Kosten sparen und sichert die Lebensqualität für alle Menschen in der Gemeinde!

Wir sind mit diesen Gedanken nicht allein!
Die Themen Flächenschonung, Innerortsentwicklung und Nachverdichtung sind seit über 10 Jahren im Fokus der Bundes- als auch der Bayerischen Politik. Auf Landes- und Landkreisebene werden seither Richtlinien und Umsetzungsstrategien entwickelt.

  • Das Bayerische Staatsministerium für Landesentwicklung und Umweltfragen hat in den Jahren 2002/2003 verschiedene Materialien zum Thema Kommunales Flächenressourcenmanagement veröffentlicht (siehe unter www.mitten-in-altusried.de, LINKS), um dem hohen Flächenverbrauch in Bayern entgegenzuwirken. Im Vorwort der Arbeitshilfe heißt es dazu »Der sparsame Umgang mit Grund und Boden und die Verringerung des Flächenverbrauches sind wesentliche Bestandteile einer nachhaltigen Entwicklung... Die kommunalen Entscheidungsträger, also Gemeinde- und Stadträte, haben die verantwortungsvolle wie schwierige Aufgabe, den Schutz und die Entwicklung der natürlichen Ressourcen für kommende Generationen zu gewährleisten und dabei die Ziele einer zukunftsbeständigen, wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung zu verwirklichen.«
  • Im Landesentwicklungsprogramm (LEP) Bayern (also dem querschnittsorientierten Zukunftskonzept der Bayerischen Staatsregierung) sind Ziele und Grundsätze einer »nachhaltigen Siedlungsentwicklung« formuliert. Demnach soll eine Verringerung der Inanspruchnahme von Grund und Boden vorrangig durch vorhandene Potenziale, wie z.B. Nachverdichtung oder Nutzung leer stehender Bausubstanz erreicht werden.
    http://www.landesentwicklung.bayern.de/instrumente/landesentwicklungs-programm.html
  • In den Jahren 2006 und 2007 wurde das Modellvorhaben »Leben findet Innenstadt« vom Bayerischen Staatsministerium des Innern gestartet, zu dessen Zielen es gehört »Die Nutzungsvielfalt und Lebendigkeit der Innenstädte und Ortskerne ... zu stärken. « Bayerischer Städtetag, Bayerischer Gemeindetag, Landesverband des Bayerischen Einzelhandels, Bayerischer Hotel- und Gaststättenverband und viele weitere Institutionen sind Partner des Vorhabens und haben Statements für eine aktive Innerortsentwicklung in öffentlich-privaten Kooperationen abgegeben. http://www.lebenfindetinnenstadt.de
  • Der Landkreis Oberallgäu hat im Jahre 2003 in einem Leitlinien-Prozess zum Themenbereich »Bauland- und Ansiedlungspolitik« folgende Ziele beschlossen: »Sparsamer Umgang mit Flächen, ungenutzte aber erschlossene Flächen sowie vorhandene Gebäude möglichst zügig einer neuen Nutzung zuzuführen, aktiver Bestandverwertung und Nachverdichtung den Vorzug vor dem Verbrauch neuer Flächen geben«. An diesem Prozess und der einstimmigen Beschlussfassung haben auch die Kreisräte der Marktgemeinde Altusried Claudia Gschwind, Heribert Kammel, Hugo Wirthensohn, Hans Rausch, Irmgard Kiechle und Roland Wintergerst mitgewirkt.
  • Eine Vielzahl weiterer Gemeinden und Kleinstädte in unserer Region und in angrenzenden Regionen gehen derzeit 
diesen Weg: Weg von Ortsrandentwicklungen, hin zu Entwicklungen im Bestand. Beispiele sind Isny, Babenhausen, Bad Waldsee, Ottobeuren, Illertissen, Weiler-Simmerberg und Weißenhorn.

Wie Sie, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, an den aufgeführten Beispielen erkennen können, stellen unsere Innerortsplanung, unsere Überlegungen zur Zukunft von Altusried nicht ein isoliertes und weltfremdes Konzept eines »kurzsichtigen« Gemeinderates dar, sondern fügen sich in die aktuelle Politik auf allen Ebenen ein. Zahlreiche positive Beispiele in Kommunen stehen für diese zukunftsweisende Entwicklungspolitik.

Die Marktgemeinde Altusried beschäftigt sich seit 2002 intensiv mit diesem Thema. Die Bürger (GEVA e.V. und Bürgerteam) wurden von Anfang an integriert, beteiligt und informiert. Altusried hat somit diesen, von der Bayerischen Staatsregierung in Gang gesetzten, wichtigen Prozess aktiv zum Wohle der Bürgerinnen und Bürger aufgegriffen und wird diese Aufgabe in den nächsten Jahren weiter umsetzen.